Jakobsweg 2010 - Pilgergerücht

Pilgergerücht  

Es ist noch viel Zeit bis 12 Uhr zum Hotel Einchecken., also Karten kaufen, sich auf eine Bank vor der Kathedrale setzen und an die Freunde und Verwandten einen Kartengruß vom Pilger Wolfgang abschicken. Plötzlich kommen mit einem großen "Hallo Wolfgang" der Belgier und seine Tochter Anne auf mich zugestürmt und umarmen mich herzlich. Beide sind gerade in Leon einmarschiert und der Belgier konnte es nicht fassen, mich hier gesund und munter anzutreffen.                                            

Auf meine Verwunderung, dass er so erstaunt war, mich zu sehen, erzählte er dann die Pilgergeschichte, die ihnen unterwegs von anderen Pilgern zugetragen wurde.                                              

„ Dieter ist nun alleine unterwegs, denn Wolfgang musste ins Krankenhaus und konnte wegen seiner Beine nicht mehr weiter. Er, also Wolfgang, ist bereits schon wieder nach Hause gefahren.“ Jetzt war mir alles klar und ich musste herzlich lachen.             

Auf dem Pilgerweg wird genauso viel Unsinn wie im wahren Leben erzählt. Mangels Erlebnissen, da man ja täglich immer nur am Wandern ist und da die Erlebnisse sich in Grenzen halten, wird dann mal schnell was erfunden.                                       

Einige Tage später traf ich Moni wieder und sie schaute genauso entgeistert, mich zu sehen. Von ihr erfuhr ich dann auch, wer dieses Pilgergerücht von meiner vorzeitigen Abreise und Abbruch meines Camino erzählt hat. Den Namen behalte ich lieber für mich und gebe damit dem Leser dieser Zeilen Gelegenheit, zu raten und damit ein Gerücht weiterzugeben!

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