Jakobsweg 2010 - Santiago de Compostela

15.06.2010    Santiago de Compostela

Der gestrige Abend wurde noch heftig und "bierreich". Dieter hat sich früh genug verabschiedet, aber ich saß noch mit einem anderen deutschen Pilger bis 2 Uhr nachts in einer Bar und wir schwafelten über" Gott und die Welt". Buchempfehlung von diesem Pilger: "Zwei Esel auf dem Jakobsweg", von einem englischen Pilger geschrieben, der mit einem Esel diesen Camino gegangen ist.

Um 12.00 Uhr ab in die Kathedrale zum Pilgergottesdienst. Hier treffe ich noch Moni, Andrea, Susan und Jo sowie die französische Pilgerin. Den Nachmittag verbringe ich mit Bahnhof suchen und Rückreise per Zug organisieren. Morgen geht es ab nach Hause. Über Paris- Köln- Hamburg.36 Stunden in Zügen und auf Bahnhöfen, Stress pur und keinem zu empfehlen! Im Zentrum von Santiago wieder zurück treffe ich auf Jo und wir gehen zu den anderen.

Vor einem Cafe direkt an dem Platz vor der Kathedrale sitzen Susan, Christopher, Ron und Joyce. Daneben spanische Straßenmusiker. Gemeinsam wird gesungen und der Gitarrenspieler will mir unbedingt ein spanisches Restaurant in Köln empfehlen, das von seinem Kumpel geführt wird. Die Truppe bleibt den gesamten Abend zusammen.
Das letzte Pilgermenü und wie immer lustige Gespräche. Wir verabschiedeten uns herzlich nach Pilgerart. Ich muss morgen um 6.00 Uhr zum Bahnhof und gehe deshalb früh genug zum Hotel.

                         Kathedrale von Santiago de Compostela

Der Weg war gut und für mich erfolgreich. Das Leben wird im "alten Trott" weitergehen.

Stolz bin ich darauf, es geschafft zu haben, nie aufzugeben, trotz der täglichen Schmerzen meiner Fußsohlen, die letzten fünf Tageskilometer oft brutal. Die vielen Pilgerbegegnungen waren eine Bereicherung.

Vom ersten Tag an spürte man die Solidarität und Hilfsbereitschaft untereinander. Die Gemeinschaft in den Pilgerherbergen und bei den Pilgermenüs bleibt als positive Lebenserfahrung. Viele Menschen sind an ihre Grenze gegangen und haben es doch geschafft. Ich denke an die Polin und die ältere Pilgerin aus Südamerika, die täglich unter Schmerzen weiter, immer weiter gegangen sind. Ich denke an die vielen Gespräche mit deutschen Pilgern und an "Mönch Tack" und seinen "drei Nonnen".

Mir bleibt die Erinnerung an viele Begegnungen am Rande des Camino mit freundlichen Bauern, Einheimischen in den Cafes und an den Abenden. Auf dem Camino lernt man sehr unterschiedliche Charaktere kennen und man merkt schnell, wer passt zu einem und wem sollte man lieber aus dem Weg gehen.

Was bleibt, sind die wunderschönen Landschaften und die Architektur, aber auch die Erinnerung an viele zerfallene Dörfer.

Der Pilger - Virus hat mich erwischt, Wiederholung also nicht ausgeschlossen. Europa hat viele Wege, alle mit dem Ziel Santiago de Compostela. 

 

                                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

                              Der Kopf denkt:                                                                      
                                weiter, weiter                                                                     
                              Der Körper meint:                                                              
                               geht doch noch.                                                                      
                             Aber die Füße sagen:                
                                                 
                                       Stopp!

Dass man auch auf seine Füße hören muss, um anzukommen, eine der Erkenntnisse meiner Pilgerreise."

                                                                                                                             

                                     Pilgerpausweis und Urkunde ( Compostela)

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                

                                                   - ENDE-
 

 


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