Jakobsweg 2010 - Tag 1 - Teil 3

Wir hatten uns nicht verlaufen. Vor uns tauchte die kleine Kapelle auf der Passhöhe des Ibanetapass auf. Hier hatte ich im Jahr 2007 bei meiner Motorradtour eine Fotopause eingelegt und von hier hat man einen tollen Blick auf das Kloster Roncesvalles. Nur nicht heute bei diesem Nebel. Lukas und ich marschierten im Kloster ein, hier traf ich sofort auch Dieter aus Hamburg und wir holten uns gemeinsam den ersten Stempel in unserem noch neuen Pilgerausweis. Meine Füße schmerzten, aber das positive Gefühl 28 km bei nicht gerade tollen Wetter gelaufen zu sein, überwiegte sofort.

Wir mussten nun im Pilgerbüro Zettel ausfüllen, die uns die Mönche vorlegten. Fragen nach Person, Staatsangehörigkeit, Alter usw. und besonders nach dem Motiv für diese eigene Pilgerreise.

Religion - Spirituell - Geschichte - Sportlich - Bauwerke

Diese Frage überforderte mich in diesem Moment. Darüber hatte ich noch nicht intensiv nachgedacht und kann sie jetzt und hier noch nicht beantworten? Das soll der Weg entscheiden!

Um den Zettel los zu werden, erst mal unverbindlich:
Bauwerke angekreuzt.

Für einen Bauingenieur doch wohl ein Motiv, bei den vielen Klöstern und Kathedralen auf dem nun noch 780 km vor mir liegenden Weg.

Die anschließende Schlafplatz - Suche auf dem Klostergelände brachte in unsere Pilgergruppe. schnell Ernüchterung. Im Klostergebäude keine Schlafplätze, da umfangreiche Sanierungsarbeiten in Gange waren. Statt dessen ein vor dem Kloster aufgestelltes Baucontainer- Dorf. Für mich nicht so schockierend, da ich von meinen Baustellen diese ja gewohnt bin, aber andere der Pilger murrten doch sehr.

Dieter, Lukas, der Vater mit seiner Tochter Anne aus Belgien und ich bezogen dann unsere Schlafplätze in einem mit acht Pilgern belegten Schlafcontainer. Dazu gesellte sich noch Moni, Deutsche, die in Norditalien wohnt, ein Italiener und ein perfekt englisch sprechender Pilger aus Ungarn, an dessen Habitus und Ausrüstung man sofort erkannte, der ist beim Militär.

Dieter aus Hamburg, mein Pilger-Begleiter der kommenden Tage

 

Moni, eine Deutsche die in Norditalien wohnt.
Pilgerbekanntschaft von Roncesvalles bis Santiago de Compostela

 

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