Jakobsweg 2010 - Tag 33

14.06.2010          Pilgertag 33
Pedrouza - Santiago de Compostela              21 km

Alle aus unserer derzeitigen Gruppe wollen noch nicht in Santiago einmarschieren, sondern noch eine Nacht in der großen Pilgerherberge von Monte do Gozo bleiben. 

  

                                                   Blick vom Monte do Gozo auf Santiago de Compostela

  

                                                        Jo, Joyce, Susan und Ron am Monte do Gozo

            

                                                 

                                                                                                                                                                                                                 Vor einer halben Stunde, ich machte mal wieder kurze Rast, kam wie aus dem Nichts Moni auf mich zu. In Roncesvalles am Beginn unserer Pilgerreise waren wir im selben Schlafcontainer, sahen uns dann immer mal wieder in den ersten 3 Wochen.

Seit zwei Wochen aber begegneten wir uns nicht mehr. Sie stürmte auf mich zu und umarmte mich herzlich. Ihr war die Freude Santiago fast erreicht zu haben, so richtig anzumerken. Auch sie will heute noch nicht in Santiago einlaufen, sondern noch eine Nacht in Monto do Gozo bleiben. Moni, wir sehen uns morgen in der Kathedrale! Am Flughafen Santiago vorbei erreicht man den Aussichtshügel Monte Gozo.

" Berg der Freude", weil von hier aus die Pilger zum ersten Mal die Stadt ihrer Träume, Santiago de Compostela, vor sich sehen. Nachdem ich mich von den anderen verabschiedet habe, von jedem noch ein Foto machte, ging ich nun alleine und langsam in das Tal und erreichte nach fünf letzten Kilometern die Kathedrale im Zentrum der Stadt, setzte mich auf eine Steinbank am Rande des großen Platzes gegenüber der Kathedrale, genau an der Stelle, wo ich vor drei Jahren bei meiner Motorradtour schon einmal dem Pilgertreiben , den vielen freudigen und ausgelassenen Pilgern zugeschaut hatte.

 

Nun war auch ich einer von ihnen und will jetzt erst einmal   ganz für mich diese Stimmung genießen.
Nach einer halben Stunde suche ich dann das Pilgerbüro, um mir dort meine Compostela, meine Pilgerurkunde, ausstellen zu lassen.

Als ich mit meiner Urkunde das Pilgerbüro verlasse, wer steht da vor der Tür, Dieter. Das hätte ich nicht mehr erwartet, ihn noch einmal zu sehen. Ich wollte nun eine Herberge für eine Nacht suchen, aber Dieter, der seit zwei Tagen schon in Santiago ist, zeigt mir ein Hotel, ganz in der Nähe und preiswert Ein ehemaliges Kloster zu einem Hotel umgebaut. Ich finde das Gebäude toll und sage mir, dass kann ich mir nach 33 Lauftagen und 810 km Gesamtstrecke ruhig gönnen und buche für zwei Nächte. Auf dem Weg zum Hotel kommen uns Mister Pa und seine Frau entgegen. Die Freude ist auf beiden Seiten groß und ich umarme die gerade in Santiago angekommenen Pilger aus Korea.

Dieter erzählte mir, dass Kirstin und Olli, die Geschwister aus Bayern, heute Morgen nach Deutschland zurück geflogen sind. Schade, hätte beide gern hier noch einmal getroffen.
Nachdem der Rucksack im Hotel abgestellt ist, geht es mit Dieter auf Tour.

Wir treffen Klaus und Werner. Sie waren inzwischen mit dem Bus noch nach Finisterra gefahren und wollen morgen nach Hause fliegen. Dann treffe ich auch die, immer so leise sprechende Pilgerin aus Österreich, zusammen mit den zwei Pilgerinnen aus Bayern. Auch hier der Abschied sehr herzlich, da auch sie abreisen. Die zwei Pilgerinnen aus der Schweiz sind auch angekommen. Heute ist der Tag der Umarmungen. Sie wollen gleich weiter nach Fisterra. Das schaffen die auch. Sind sie doch bereits in Genf gestartet und echte Profi- Pilger! Auch sehe ich fröhlich plaudernd die ältere Pilgerin aus Südamerika, die sich unterwegs immer so gequält hat.

Auch sie hat es geschafft.

Zum Pilgermenü beim Italiener verabreden wir uns mit zwei mir noch unbekannten Pilgerinnen aus Deutschland, die Dieter kennengelernt hatte. Eine Frau in meinem Alter aus Westdeutschland, nun wohnhaft in Cottbus und eine jüngere Pilgerin. Es entwickelte sich zwischen uns eine nette Unterhaltung über die vielen Begegnungen auf unserem Camino. Ich konnte es nicht lassen, über die esoterischen Damen auf dem Weg zu lästern.

Dieter sagte mir später: "Voll ins Fettnapf"

Beide Damen gehörten zu dieser Fraktion.

Weiter zum nächsten Teil des Reiseberichtes 

 


top