Jakobsweg 2010 - Tag 8

19.05.2010 Pilgertag 8
Logrono - Najera                 32 km

Durch den früh einsetzenden Aufbruchlärm anderer Pilger im Schlafraum komme auch ich immer eher in Gang und so geht es heute sehr zeitig auf die Piste.
In Logrono vorbei am "Drachentöterdenkmal" liegt die Stadt schnell hinter mir. Der Pilgeralltag ist inzwischen folgendermaßen strukturiert:

Meist ohne Frühstück, da in Spanien zu früh, geht es zwischen 6.00 bis 7.30 Uhr auf den Weg. Bei einer Laufstrecke von ca. 20 km bis 25 km kommt man am frühen Nachmittag am Zielort an. Die meisten Pilgerherbergen öffnen ab 14.00 Uhr.

Zuerst Pilgerausweis vorlegen, Stempel geben lassen und Bett für eine Nacht bezahlen. Der Preis immer zwischen mindestens 3 € und höchstens 8 €. In kirchlich geführten Herbergen spendet der Pilger freiwillig einen Betrag.
Da meine Fußsohlen täglich brennen, Beine für eine halbe Stunde hoch und dann ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell die Strapazen der Tageswanderung vergessen sind und man in der Lage ist, den Ort zu erkunden und nach dem täglichen Pilgermenü zu suchen. Diese kosten meistens um die 8 € und sind immer ausreichend und bieten Gelegenheit, mit anderen Pilgern am Tisch in Kontakt zu kommen.

Gefrühstückt wird im erst besten Cafe nach Verlassen der Herberge. Für 3- 4 € Kaffee, Toast, Marmelade, Butter und frischen Orangensaft - damit ist man gestärkt.
Als Tagesration habe ich es mir inzwischen zur Gewohnheit gemacht, entweder 2 Bananen oder 2 Orangen mitzunehmen.

Auch hier haben mir die sogenannten Experten geraten: täglich zwei Bananen verhindern Krämpfe in den Waden. Meine Wasserflasche fast 1,5 l. Jetzt bei der Hitze muss unterwegs immer mal wieder Wasser nachgefüllt werden. Dann auch 1 bis 2 Dosen AQUARIUS, ein spanisches Iso- Getränk, das mir kalt gut schmeckt und ab geht es wieder wie Popey.

32 km bis Najera. Wow.

Der Ort ist mir sofort vertraut, da ich 2007 auf meiner Motorradtour schon einmal hier Station gemacht hatte. Nahezu alle Pilger haben seit Beginn ihrer Pilgerreise die Jakobsmuschel an ihrem Rucksack. Ich habe mir in Saint Jean Pied de Port noch keine gekauft, da ich der Meinung war, wenn du es bis Najera
schaffst zu pilgern und vor dem Laden neben der Kirche stehst, dann wird die Jakobsmuschel besorgt und am Rucksack befestigt.

Ab jetzt und heute fühle ich mich als Pilger ohne Wenn und Aber!

Seit 8 Tagen am Wandern und noch keinen Meter mit Bus oder Bahn.

Der Ehrgeiz es nun auch bis Santiago zu schaffen, nimmt jetzt erst so richtig Gestalt an.
 

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